ARTIKEL zum lesen ( 1 von 2 ) - Hundeerziehung mit Leckerchen ???
Wir müssen uns endlich bewusst werden, das bei der Hundeerziehung zwei komplett verschiedene Welten aufeinander treffen. Jede mit einer eigenen Logik, Denkweise und eigenen sozialen Verhaltensmustern die nicht verschiedener sein könnten. Einer ganz eigenen Art und Weise mit bestimmten Verhaltensmustern auf sein gegenüber zu reagieren oder es zu provozieren.
Die Arbeit mit Leckerchen rückt seit geraumer Zeit immer mehr in den Vordergrund und verdrängt somit auch immer mehr jegliche Vernunft und Klarheit bei der Hundeerziehung. Propagiert durch Zeitungen, Hundeschulen und exklusiven TV-Serien. In letztem genannten Informationsmedium, meiner Meinung nach, rein über die Sympathieschiene viele Halbwahrheiten an Massen von Hundehaltern vermittelt werden.
Würde man diese ganz objektiv und mit gesundem Menschenverstand beurteilen, hätte alles nur noch einen guten Unterhaltungswert und mit der Arbeit an wirklichen Problemen nichts mehr zu tun. Es ist teilweise sogar eine Schande wie eine wichtige und ernsthafte Sache ( Hundeerziehung ) lächerlich gemacht wird !
Aber verstehen Sie mich bitte nicht falsch ! Ich bin kein Gegner von diesen Hilfsmitteln zur Hundeerziehung. Habe selbst jedoch eine andere Einstellung und Zielsetzung als viele die ich kenne und wen man so auf Hundewiesen, Parks und wo auch immer antrifft.
Ich sehe Leckerchen & Co als Hilfsmittel, sprich Werkzeuge zur Hundeerziehung, genau wie Leine, Halsband, Klicker & Co. Und ein Werkzeug will gut erlernt eingesetzt werden um das Ziel zu erreichen, ohne auf der Stelle zu treten oder gewisse Verhaltensmuster beim Hund aber auch bei uns Hundehaltern gar zu verschlimmern. Sogar seinen eigenen Hund zu gefährden, seine Artgenossen, Wild, anderen Menschen oder am schlimmsten Kinder.
Im Park traf ich ein Pärchen mit einem Hund. Neben mir einer meiner Hunde ohne Leine und an unserer Seite. Schon von weitem ein riesen getobe und zerren an der Leine und : ein Leckerchen ;) Sie versuchen Wauwi an uns vorbei zu locken, doch ohne den geringsten Erfolg. Dabei hatte ich mehr Sorge, das der Hundehalterin die Leine aus der Hand rutscht. Denn anders als ihr Hund konzentrierte sich das Frauchen gut konditioniert mehr auf das Lecker statt auf ihren Hund. Ihr Hund tobte fleißig weiter und registrierte das Lecker gar nicht, bis er an uns vorbei war, er es gerne nahm. Ich vernahm nur laut, freudig und schrill ertönend die Worte "So ist fein" - als alle an uns vorbei waren. Ich drehte mich mit böser Miene zu den Leuten um und fragte kopfschüttelnd : Was war denn daran fein?!"
( Richtiger wäre es wohl doch gewesen die Ruhe im Hund zu belohnen und nicht, diese nicht zu duldene Art und Weise. )
All zu oft, schon fast egal wo, kann man Hundehalter dabei beobachten, wie Sie fast ziellos und unwissend mit den angenehmsten Leckereien um sich werfen. Im gleichen Moment eine Erkenntnis von sich geben, die so nicht stimmt.
Diese Leute brauchen kein neues besseres Leckerli, sondern müssen eben nur lernen dieses geschickt einzusetzen und trotz dieser Art von Hundeerziehung nicht die Augen vor der Wahrheit zu verschließen oder ziemlich unvernünftig gewisse Situationen zu beurteilen.
Der Umgang und der Einsatz von Leckerchen sollte also sehr viel besser erlernt und geschult werden.
Um die Frage zu beantworten warum Sie diesen Artikel dank seiner Überschrift ganz wahrscheinlich lesen haben.
Ja nehmen Sie Leckerchen, aber weniger und vernünftiger eingesetzt. Stellen Sie sich immer die Frage welchen Vorteil könnte ihr Hund daraus ziehen, gewisses Fehlverhalten sogar bewusst an den Tag legen um ein Lecker zu erhaschen. Beurteilen Sie die gesamte Situation, die in einem zeitlichen Zusammenhang steht. Nicht nur das was Sie gerne sehen wollen. Durch die Hundeerziehung mit reiner Leckerchenarbeit erlangen Sie eine Einstellung, die so nicht zur Natur der Hunde passt oder einfacher ausgedrückt : der Rangniedrigere würde wahrscheinlich so vorgehen.
Es ist eine wichtige Frage bei welchem Hund, wie viel, wie lange und wann man u.a. mit Leckerchen arbeitet. Denn diese Frage beinhaltet nicht nur welche s.g. Methode wende ich bei der Erziehung meines Hundes an, sondern auch unsere damit und mit dem Hund verbundene Einstellung.
Die Antwort ob kein Lecker oder doch und das Geschick diese dann einzusetzen entscheiden sehr schnell über Erfolg oder Misserfolg. Sie sollten sich auch bewusst sein, das man oft im Leben eines Hundes die Methode wechseln muss.